Weinbeschreibung für Bufadors, Vinya del Rascarà, ungeschwefelt 2018 von Recaredo
In den kargen, kalkreichen Hängen des Alt Penedès, wo die Sonne unbarmherzig auf die Rebstöcke brennt und der mediterrane Wind durch die Blätter streift, entsteht ein Wein, der die Essenz des katalanischen Terroirs in sich trägt. Der Bufadors Vinya del Rascarà ist kein gewöhnlicher Schaumwein – er ist eine radikale Neuinterpretation dessen, was Cava sein kann, wenn man ihn auf seine ursprünglichste Form reduziert.
Ton Mata, der visionäre Winzer hinter Recaredo, hat mit diesem Wein die Grenzen des Konventionellen überschritten. In einer Zeit, in der Standardisierung oft über Authentizität triumphiert, wagt er es, einen Weg zu gehen, der von Purismus und kompromissloser Hingabe an das Terroir geprägt ist.
Visueller Eindruck
Im Glas präsentiert sich der Bufadors in einem strahlenden, tiefen Goldgelb, durchzogen von hellen Reflexen, die das Licht wie Sonnenstrahlen auf Kalkstein brechen. Die Perlage – energisch und präzise – steigt in feinen, beständigen Linien auf, eine visuelle Manifestation der Lebendigkeit, die diesen Wein durchdringt.
Nase
Die Nase offenbart sofort die Unverfälschtheit dieses Weins. Hier gibt es keine Zurückhaltung, keine Politur – nur die expressiven Aromen der Xarel·lo-Traube in ihrer reinsten Form. Gegrillte Ananas und reife Birne bilden das Fundament, während Noten von bitterer Orange und Cox Orange Äpfeln für Komplexität sorgen. Es ist, als würde man durch einen herbstlichen Obstgarten wandern, während die Früchte ihre optimale Reife erreichen.
Besonders bemerkenswert ist die fast greifbare Mostigkeit – ein Eindruck von frisch gepressten Früchten, der an die unmittelbare Transformation von Frucht zu Wein erinnert. Birnenschalen, Apfelschale und Quittenmost vermischen sich zu einer faszinierenden Harmonie aus Saft, Fruchtfleisch und subtiler Gerbstoffstruktur. Diese Aromen sind nicht konstruiert, sondern entstehen aus der Reinheit des Prozesses, der Abwesenheit von Additiven und der langen Reife auf der Hefe.
Gaumen
Am Gaumen entfaltet sich eine vielschichtige Erfahrung. Die fruchtigen Noten der Nase kehren zurück, nun begleitet von einer Tiefe, die nur Zeit verleihen kann. Warme Gewürznuancen von Zimt und Kardamom tanzen mit getrockneten Kräutern wie Thymian, Majoran und Oregano, während ein Hauch von Hefe und die Anmutung von Salzgebäck an die lange Reifung auf der Hefe erinnern.
Die Textur ist ein Paradoxon – gleichzeitig substanzreich und schwebend leicht. Sie erinnert an feuchten Kalkstein, an die salzige Gischt des nahen Mittelmeers. Eine Basis von cremiger Butterbrioche gibt dem Wein Gewicht, während die präzise Perlage für Elevation sorgt. Mit gerade einmal 10,5% Alkohol und minimaler Restsüße zeigt dieser Wein, dass wahre Größe nicht in Kraft, sondern in Balance und Präzision liegt.
Allgemeine Informationen
Der Bufadors ist ein Manifest der Minimalintervention. Die 1999 gepflanzten Xarel·lo-Reben stehen auf extrem kalkhaltigen Böden in der Einzellage Rascarà. Der Grundwein wurde in 300-Liter-Eichenfässern spontan vergoren, wobei der Gärprozess bereits im Weinberg begann – ein Ansatz, der die Verbindung zum Terroir maximiert.
Am 1. Oktober 2018 wurde der Wein zur zweiten Gärung gefüllt und ruhte dann für mindestens 5 Jahre und 4 Monate auf der Hefe, bevor das Degorgement im Februar 2024 begann. Bemerkenswert ist der vollständige Verzicht auf Additive – keine zugesetzten Hefen, kein Zucker, keine Schönung, keine Filtration und vor allem: kein Schwefel. Die lange Hefelagerung und die natürliche Kohlensäure bieten ausreichend Schutz und Stabilität.
Dies ist kein Wein für Puristen – es ist ein puristischer Wein. Ein Getränk, das uns daran erinnert, dass wahre Handwerkskunst oft darin besteht, weniger zu tun, nicht mehr.
Speiseempfehlungen
Die Klarheit und Präzision dieses Weins verlangt nach Gerichten, die seine Qualitäten respektieren und ergänzen. Servieren Sie ihn zu gegrillten Garnelen mit einer Prise Meersalz und einem Spritzer Zitrone, zu rohem Wolfsbarsch mit Olivenöl und Kräutern oder zu Austern mit ihrer salzigen Meeresnote. Auch zu katalanischen Mandeltörtchen oder einem leichten Ziegenkäse entfaltet er sein volles Potenzial.
In seiner Heimat würde man ihn zu Pa amb Tomàquet – Brot mit Tomate – und einem Teller Jamón Ibérico genießen, eine einfache Kombination, die die Essenz der mediterranen Küche verkörpert und die Reinheit dieses außergewöhnlichen Weins unterstreicht.








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