Weinbeschreibung für Pedra de Guix 2022 von Terroir al Limit
In den schroffen Schieferhängen des Priorat, wo die Reben sich an kargen Böden festklammern müssen, schafft Dominik Huber von Terroir al Limit einen Weißwein, der die Essenz dieser wilden katalanischen Landschaft verkörpert. Der Pedra de Guix – katalanisch für „Stein aus Kalkstein“ – ist ein tiefgründiges Manifest der Terroirphilosophie, die Huber seit Jahren kompromisslos verfolgt. Dieser Wein entsteht nicht im Keller, sondern wird von den felsigen Hängen, der mediterranen Sonne und dem handwerklichen Können seines Schöpfers geprägt.
Visueller Eindruck
Im Glas präsentiert sich der Pedra de Guix in einem tiefen Altgold, durchzogen von strahlenden Reflexen, die an die gleißende Mittagssonne über den Schieferterrassen des Priorat erinnern. Die Farbe verrät bereits seine kontemplative Natur und den bewusst oxidativen Ausbau des Pedro Ximénez-Anteils.
Nase
Die Aromatik entfaltet sich langsam und vielschichtig – wie ein Spaziergang durch einen mediterranen Kräutergarten nach einem Sommergewitter. Zunächst ätherische Noten, die an einen konzentrierten Kräuteraufguss erinnern, dann Anklänge von getrockneten Wildblumen, die in den steilen Weinbergen zwischen den Rebzeilen wachsen. Kamillentee und Schafgarbe dominieren das herbale Spektrum, während zarte Zitrusnoten für Frische sorgen. Darunter liegt eine nussige Komponente, die von der Reife der 50 bis 80 Jahre alten Reben zeugt. Die komplexe Aromatik fordert Geduld – dieser Wein öffnet sich langsam, wie ein spanisches Dorf nach der Mittagssiesta.
Gaumen
Am Gaumen offenbart der Pedra de Guix eine faszinierende Textur – cremig und seidig zugleich, ein Ergebnis der acht Monate Reifung in Zementbehältern. Die Kräuterwürze setzt sich fort, nun begleitet von einer markanten, aber eleganten Phenolik, die dem Wein Struktur und Länge verleiht. Die Abwesenheit vordergründiger Frucht ist kein Mangel, sondern bewusste Stilistik – hier geht es um Textur, um mineralische Tiefe, um die Übersetzung des Schieferbodens in flüssige Form. Stattdessen findet man subtile Noten von Süßholz und Dörrobst, eingerahmt von einer phenolischen Präzision, die an die klaren Linien der terrassierten Weinberge erinnert. Der Wein wirkt nicht komponiert, sondern gewachsen – ein natürlicher Ausdruck seines Ursprungs.
Allgemeine Informationen
Der Pedra de Guix vereint die autochthonen Rebsorten Pedro Ximénez (bewusst oxidativ ausgebaut), Macabeu und Grenache Blanc aus verschiedenen Lagen des Priorat. Die alten Reben wachsen auf Höhenlagen zwischen 400 und 600 Metern über dem Meeresspiegel in einem Mosaik aus Ton, alluvialen Ablagerungen und dem charakteristischen Llicorella-Schiefer der Region. Mit 13,0% Alkohol zeigt er eine bemerkenswerte Balance zwischen Kraft und Finesse. Nach der behutsamen Ganztraubenpressung – ein Zeichen des respektvollen Umgangs mit dem Lesegut – reift der Wein acht Monate in Zementbehältern, die eine langsame Mikrooxidation ermöglichen, ohne den Wein mit Holznoten zu überlagern.
Speiseempfehlungen
Die Komplexität und Struktur dieses Weins verlangt nach Gerichten mit Charakter. Er harmoniert hervorragend mit katalanischen Fischgerichten wie Suquet de Peix, einem reichhaltigen Fischeintopf mit Safran. Auch zu gegrilltem Wolfsbarsch mit Fenchel oder Kaninchen mit Kräutern entfaltet er sein volles Potential. Vegetarische Optionen wären Escalivada – gegrilltes Gemüse mit Olivenöl – oder ein Pilzrisotto mit Manchego. Dieser Wein braucht Zeit und Luft; eine Karaffe oder ein großes Glas sind unverzichtbar, um seine volle Komplexität zu erschließen.










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