Weinbeschreibung für Pinot Gris Furstentum Grand Cru 2019 von Domaine Albert Mann
Die Domaine Albert Mann beweist mit diesem Pinot Gris aus der legendären Grand Cru-Lage Furstentum eindrucksvoll, dass elsässischer Grauburgunder weit mehr kann als gefällige Fruchtigkeit. Hier entsteht auf 25 Jahre alten Reben und südexponierten Kalkhängen ein Wein von stiller Größe und meditativer Tiefe.
Farbe & Aussehen
Strahlendes Goldgelb mit bernsteinfarbenen Reflexen, die bereits die Komplexität und Reife des Jahrgangs 2019 ankündigen.
Nase
Zunächst verhalten, dann von betörender Vielschichtigkeit: kandierte Quitte und Ingwer treffen auf karamellisierte Birne und getrocknete Aprikose. Assoziationen an Bienenstich und Tarte Tatin entstehen durch Noten von gerösteten Mandeln und Biskuitteig. Bemerkenswert: Trotz dieser opulenten Süßfrucht-Aromatik wirkt der Wein niemals süßlich. Feuerstein und kalter Rauch verleihen mineralische Tiefe, während Artischocke, Fenchel und orientalische Gewürze wie Kardamom und Zimt für würzige Komplexität sorgen.
Gaumen
Ein Wein von außergewöhnlicher Schichtung und Textur. Die 4,5 g/l Säure balancieren perfekt die 3 g/l Restzucker und schaffen eine seidige, in sich ruhende Struktur. Jede Aromakomponente bleibt an ihrem Platz – kontrollierte Intensität statt laute Expressivität. Die moderate Säure erzeugt dennoch beeindruckende Länge und stille Eleganz. Ein Wein, der Weisheit ausstrahlt und seine Herkunft nie verleugnet.
Allgemeine Informationen
Die historische Grand Cru-Lage Furstentum (erstmals 1330 erwähnt) auf Kalkhängen in Kientzheim bringt hier einen trockenen Pinot Gris mit 14% Alkohol hervor. Vinifikation und Ausbau erfolgen komplett im Stahltank, was die präzise Mineralität und Reinheit des Terroirs bewahrt.
Speiseempfehlungen
Ofenfenchel mit Orangensauce, Artischockenböden mit geschmolzenem Ziegenkäse oder auf der Haut gegrillter Miso-Lachs mit geriebenem Ingwer harmonieren perfekt mit der würzig-mineralischen Komplexität des Weins.
Besonderheiten
Ein Pinot Gris, der Konventionen sprengt: Weder brav noch aufdringlich, sondern von meditativ-ehrlicher Intensität. Der schwierige Jahrgang 2019 brachte hier einen Wein von markanter Säurestruktur und brillanter Balance hervor – ein Elsässer von seltener Tiefe und Authentizität.










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